Am 19. November war Welttoilettentag und die ruhigen Zeiten um das stille Örtchen sind wohl wirklich vorbei. An zwei Tagen wurde sich in Berlin intensiv über kreislauf- und ressourcenorientierte Sanitärsysteme ausgetauscht. Dabei geht es konkret um Trockentoiletten und die stoffliche Verwertung der Reststoffe. Damit werden wasser- oder chemiebasierten Klos auf den Prüfstand der Nachhaltigkeit gestellt: Wasser- und Energieverbrauch sowie Ressourcenmanagement müssen überdacht werden. Aus dem Bereich der produktiven Sanitärsysteme kamen ca. 30 Menschen aus Österreich, Schweiz und Deutschland zusammen und bildeten einen großen Pool an Wissen und Erfahrung. Unternehmer*innen, Kollektivist*innen und Einzelpersonen aus Praxis und Forschung diskutierten in sehr kooperativer Atmosphäre die kleinen und großen Probleme der Thematik und der verschiedenen Beschäftigungsfelder – vom stationären Klo bis zur Festivaltoilette. Die gute Stimmung täuschte allerdings nicht über die großen Aufgaben hinweg, die zu bearbeiten sind: Rechtliche Regelungen stehen noch genauso aus wie ein gesellschaftliches Umdenken; und Forschungsfragen stellen sich noch ebenso wie Fragen logistischer und praktischer Art. 2018 geht es in die nächste Runde mit dem Netzwerk – es gibt viel zu tun: Die Gründung einer Interessensvertretung, gegenseitige Unterstützung bei Genehmigungsprozessen und Partizipation in Forschungsprojekte sind gemeinsame Perspektiven.